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Geschichte english version
Die Kunsthochschule Kassel, bereits 1777 gegründet, blickt auf eine lange Tradition als Akademie zurück. Im Laufe ihrer 225 jährigen Geschichte hat sie viele Wandlungen erfahren, reagierte in ihrem Lehr- und Unterrichtsangebot auf die Strömungen der Zeit und prägte mit neuen pädagogischen Ansätzen die Ausbildung an anderen Kunstakademien. Hier waren bedeutende Künstler als Lehrer tätig wie z.B. Johann Tischbein d.Ä. oder der Documenta Gründer Arnold Bode. Manch einer der Studenten zählt heute zur weltweit renommierten Künstlergarde wie beispielsweise Hans Haacke, der erst vor kurzem durch sein Projekt im Reichstag für Aufsehen gesorgt hat.


Die Kunsthochschule im historischen Rückblick

1777
Am 18. Oktober 1777 wird die "L'Académie de Peinture et de Sculpture de Cassel" vom Landgraf Friedrich II, von Hessen-Cassel eröffnet. Die Aufgabe der selbständigen Akademie ist, den Landgrafen mit künstlerischem Glanz zu umgeben und mit den anderen höfischen Akademien zu wetteifern.

1779
Die Akademie erhält eine Satzung. Der Gründungsbrief und das erste Reglement für die Maler- und Bildhauerakademie vom 22. Mai 1779 betont die Akademie als kunstpflegende und kunstfördernde Gesellschaft, während die Akademie als Lehranstalt nur eine untergeordnete Rolle spielt.

1781
Die bisher am Collegium Carolinum (in den 69er Jahren gegründet) verbliebene Architekturabteilung wird in die Akademie integriert.

1806-1813
Während der französischen Besatzung findet kaum Unterrichtstätigkeit statt und die Gemäldesammlung wird nach Frankreich transportiert, was faktisch den Entzug des wichtigsten Lehrmittels bedeutet.

1832
Die Verantwortung für die Akademie liegt von nun an in den Händen der Regierung und in der Folge werden alle Lehrenden als Staatsdiener verpflichtet.

1838
Ein neues Regulativ verschiebt die Schwerpunkte der Akademie zugunsten der Kunstlehranstalt, die Unterricht und Erziehung in den bildenden Künsten erteilt. Die Kunstgesellschaft, die das künstlerische Streben und den ästhetischen Sinn wecken und fördern soll, tritt in den Hintergrund.

1869
Am 24. Mai 1869 wird vom Handelsminister Preußens die Werkkunstschule ins Leben gerufen, um der "... beschämenden Tatsache, dass unsere Industrie arm ist an Mustern eigener Erfindung, da sie sich darauf beschränkt, fremde, keineswegs immer den Gesetzen der Schönheit entsprechende Gebilde nachzuahmen." entgegenzuwirken. Wesentlicher Bestandteil der Werkkunstschule ist auch die Ausbildung der Kunsterzieher.

1880
Die Kunstakademie vollzieht eine eindeutige Trennung zwischen akademischen Aufgaben und der Ausbildung in gewerblicher Kunst. Dies führt in der Folge (um 1900) zum Ausbau der Kunstgewerbeschule. Wesentlicher neuer Aspekt ist die Einführung von Werkstätten. Mit der zunehmenden Bedeutung industrieller Fertigung und technischer Neuerungen sind Werkstätten für eine zukunftsweisende Ausbildungsstätte unentbehrlich.

1920-1924
Entsprechend der Reformvorstellungen der Preußischen Regierung wird eine Fusion zwischen Werkkunstschule und Kunstakademie erwogen aber nicht umgesetzt. In den zwanziger Jahren erhält auch die Akademie Werkstätten, um der zunehmenden Bedeutung des handwerklichen in der Kunst gerecht zu werden.

1931-1942
Angesichts der Weltwirtschaftskrise beschloss die preußische Regierung im Dezember 1931 die Schließung der Kunstakademien in Kassel, Breslau und Königsberg - im Rahmen der Notverordnungen des Reichskanzlers Brüning. Im März 1932 stellte die Kasseler Akademie ihren Lehrbetrieb ein, allein Prof. Kay H. Nebel setzte seinen Unterricht in Malerei fort. Auch die 1930 ergänzend eingerichtete Pädagogische Akademie wurde wieder geschlossen.
1933 billigte die neue preußische Regierung einen übergangsweisen Fortbestand der Akademie, was man in Kassel öffentlichkeitswirksam feierte - als ersten Schritt zu ihrer vollständigen Wiederherstellung. Zusätzlich zum Malunterricht Nebels wurde einzelner weiterer Unterricht als "gleichsam private Fortführung" wieder aufgenommen; und mehrere ungenutzte Ateliers stellte man ausgewählten früheren Schülern der drei Fachrichtungen Malerei, Bildhauerei und Architektur zur Verfügung, um eine Beschlagnahmung der Räume zu verhindern. Später schickte das zuständige Ministerium auch Meisterschüler anderer Akademien als Stipendiaten nach Kassel. Weitere Ateliers wurden an freischaffende Künstler vermietet. Diese "Übergangssituation", die in erster Linie vom persönlichen Engagement verschiedener Lehrer und Professoren getragen war, blieb jedoch dauerhaft bestehen, und die angekündigte Wiederherstellung der Akademie ließ weiter auf sich warten.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden alle deutschen Kunstakademien geschlossen, das Kasseler Hauptgebäude als Reserve-Lazarett beschlagnahmt. Nach ersten leichten Bombenschäden im August 1942 wurden die Gebäude im Mai 1943 nach Zerstörung der Edertalsperre überflutet und beim Großangriff im Oktober 1943 derart beschädigt, dass sie nicht mehr genutzt werden konnten.


1946
Die Kunstgewerbeschule wird nach dem Krieg unter dem Namen "Schule für Handwerk und Kunst" wiedereröffnet.

1947
Am 1. September 1947 wird die Wiedereröffnung der Kunstakademie unter dem Namen "Werkakademie" beschlossen. Der Lehrbetrieb startet mit 61 Studierenden. Zentraler Gedanke bei der Benennung der Kunsthochschule in Werkakademie war die Prinzipien der Vereinigung freier künstlerischer Tätigkeit mit angewandten Bereichen wie sie seit der Zeit des Bauhauses bestanden. Den Schwerpunkt bildet allerdings weiterhin die freie künstlerische Tätigkeit.

1960
Die vom 8. September 1960 an geltende Satzung der "Staatlichen Hochschule für bildende Künste" betont die Aufgabe, Studierende in allen Arten künstlerischer Gestaltung sowie Bewerber für das künstlerische Lehramt an höheren Schulen auszubilden. Seit diesem Zeitpunkt stellt die Kunsthochschule die einzige Institution in Hessen für die Ausbildung zum Kunsterzieher dar.

1962
Neubau der Werkkunstschule in der Karlsaue. Im Gebäude werden die Ideen von Forschen und Lehren in den angewandten Künsten verwirklicht. Direktor Jupp Ernst machte es sich zusammen mit den Lehrenden und den Architekten zur Aufgabe die Prinzipien des Gestaltens unter den Gesichtspunkten Lehren und Forschen, Entwickeln und Propagieren auch in Bezug auf die Gestaltung des Gebäudes, der Auswahl der Materialien, der Formen und Dimensionen von Mobiliar, Geräten etc. Das Gebäude wird in internationalen Zeitschriften und Gremien als herausragend klassifiziert und beweist die Durchdringung der Lebens- und Arbeitswelt mit Prinzipien des umfassenden Gestaltens: des Designs.

1968
Umzug der Staatlichen Hochschule für bildende Künste unter Leitung von Arnold Bode in das neu errichtete Gebäude in der Karlsaue " direkt neben der Werkkunstschule, die zu diesem Zeitpunkt unter der Leitung von Jupp Ernst stand. Die Werkkunstschule zählt in den 60er Jahren zu den renommiertesten internationalen Standorten für Design und Designausbildung, pflegt zahlreiche Kontakte in die USA und zu ehemaligen Bauhauslehrern.

1970
Am 1. April 1970 findet die Vereinigung der Kunsthochschule mit der Werkkunstschule statt. Ziel ist es, die Trennung der Disziplinen teilweise aufzuheben und eine Versöhnung zwischen freien und angewandten Künsten bei all ihren Unterschieden voranzutreiben. Interdisziplinarität tritt als Stichwort einer sich wandelnden Wissenschaftslandschaft in den Vordergrund.

1971
Am 2. August 1971 wird die Hochschule für bildende Künste Kassel in die Gesamthochschule Kassel integriert und die Bereiche Kunst, Produkt Design, Architektur und Visuelle Kommunikation werden als Fachbereiche eigenständige Funktionseinheiten.

1977
Zum Sommer 1977 zieht die Architektur aus den Gebäuden an der Karlsaue aus und wird am Holländischen Platz angesiedelt. Die bereits bestehende inhaltliche Trennung zwischen Architektur und künstlerischen Studiengängen wird nun auch räumlich vollzogen.

2000
Das hessische Ministerium für Kunst und Wissenschaft beschließt zusammen mit der Gesamthochschule Kassel die Zusammenfassung der Fachbereiche Kunst (Freie Kunst, Kunstwissenschaft, Kunsterziehung), Produkt Design und Visuelle Kommunikation als Kunsthochschule Kassel.



History of the School


The School of Art and Design Kassel, which was founded as early as 1777, can look back on a long tradition as an academic institution.

Throughout the course of its 230 year history, the School of Art and Design Kassel has continually responded to the changing times by updating its teaching practices and curriculum. Through its innovative approach to education, the School has also had a significant influence on the curricula of other art schools in Germany. In addition, several distinguished artists, such as Johann Tischbein the Elder and Arnold Bode, the founder of the documenta, have been employed as teachers at the School.
A number of more recent Art School alumni now rank among the internationally-renowned elite of the art world. Former Kassel student Hans Haacke, for example, recently caused a sensation in the German parliament with his project "To the German People".


History of the School of Art and Design Kassel

1777
On October 18th, 1777, "L'Académie de Peinture et de Sculpture de Cassel" was inaugurated by the Landgrave Frederic II from Hessen-Cassel. The purpose of the independent academy is to surround the landgrave with artistic glamour and to rival in excellence with the other noble academies.

1779
The Academy receives a constitution. According to the letter of foundation and the first regulations dated May 22nd 1779, the academy of painting and sculpture is primarily expected to act as a society for the cultivation and promotion of art; education in the fine arts, however, is only expected to play a subordinate role in the Academy's curriculum.

1781
The former Department of Architecture in the Collegium Carolinum (founded in 1769) is integrated into the Academy.

1806-1813
Lessons seldom take place during the French occupation. In addition, the Academy's art collection is relocated to France, which effectively signifies the withdrawal of its most important teaching resource.

1832
From now on, responsibility for the Academy lies in governmental hands; as a result, all teaching staff are officially employed as servants of the state.

1838
A new regulation shifts the Academy's emphasis in favour of the education of fine art. The art society, which seeks to promote artistic aspirations and to impart a sense of aesthetics, is now considered to be a less important focus for the Academy's work.

1869
On May 24th 1869, the Prussian Secretary of Commerce inaugurates the Werkkunstschule (School of Arts and Crafts) in order to counteract the "...humiliating fact that our home-grown industry is lacking in its own ideas because it confines itself to emulating foreign images, which are in no means always in conformance with the rules of beauty". A significant part of the Werkkunstschule is also the training of art teachers.

1880
The Art Academy introduces a clear-cut distinction between academic lessons and training in commercially-oriented art in its curriculum. In practice, this leads to the inauguration of the Kunstgewerbeschule (School of Applied Arts) around 1900. A significant contemporary move is the establishment of workshops. The increasing importance of industrial production and technological improvements renders the workshops indispensable to the Kunstgewerbeschule if it is to remain a forward-looking educational institution.

1920-1924
In keeping with its reform policy, the Prussian government contemplates merging the Werkkunstschule and the Art Academy; in practice, however, the suggestion is rejected. In the 1920's, the Academy also acquires workshops in order to embrace the increasing role of technical skills and handcraft in art.

1931-1942
Germany's poor economic situation almost forces the cessation of teaching, which only takes place in rudimentary form due to the personal dedication of members of staff. In 1931, the Academy is closed officially. In 1943, the Academy building is completely destroyed.

1946
The Kunstgewerbeschule is re-opened following World War II as the Schule für Handwerk und Kunst (School for Crafts and Art).

1947
On September 1st 1947, a resolution is passed to reopen the Art Academy as the Werkakademie (Craft Academy). A total of 61 students are officially enrolled for the first teaching session. The renaming of the Art Academy into the Werkakademie signifies a symbolic attempt to actively introduce the Bauhaus philosophy into the teaching methodology by combining purely artistic expression with the more practical application of creative ideas. Nevertheless, the Academy's main teaching focus still remains the practice of art.

1960

The statute of the Staatlichen Hochschule für bildende Künste (The School of Art and Design), passed on September 8th 1960, emphasises the aim of training students in all forms of artistic expression as well as preparing candidates for study at more advanced academies in order to become arts teachers. As a result, the School becomes the first (and is still the only) higher-education institution in Hessia to train future art teachers.

1962
A new building is erected in the Karlsaue Park for the Werkkunstschule, where ideas for research and teaching in the applied arts are developed and put into practice.
In colloboration with staff members and the building's architects, Director Ernst Jupp is keen to apply the principles of aesthetic form to the design of the new building. These principles are already firm tenets of teaching and research practice; a carefully considered choice of building materials, the form and dimensions of the fittings, furniture and technical equipment will provide further physical expression for the School's philosophy.

The building is heaped with critical acclaim in international journals and prize-giving committees and is testament to the increasing pervasion of the worlds of work and living into the design and form of their surrounding built-environments.

1968
The School of Art and Design, under the direction of Arnold Bode, moves into the newly-built edifice next to the Werkkunstschule in the Karlsaue.
During the 1960's, the Werkkunstschule is considered to be one of the most exclusive institutions for Design and education of Design in the world. The School can boast of numerous contacts to eminent scholars in the USA as well as to former teachers from the Bauhaus tradition.

1970
On April 1st 1970, the School of Art and the Werkkunstschule are merged into one. This move aims to partially offset the separation of the disciplines and to further promote a constructive conciliation of fine and applied art, despite their many differences.
In the context of a shifting academic environment, increasing emphasis is placed on interdisciplinary colloboration

1971
On August 2nd 1971, the School of Art and Design Kassel is integrated with the University of Kassel. As a result, the disciplines Art, Product Design, Architecture and Visual Communication will now function as semi-autonomous departments within the University.

1977
The Department of Architecture is relocated to the main University campus at Holländischen Platz in summer 1977. The Department's physical relocation is a further indicator of the widening gap between Architecture and the more artistic courses in terms of curriculum and teaching practices.

2000
The Hessian Ministry for Art and Science and the University of Kassel decide to restructure the School of Art and Design into its current form by combining the departments of Art (Fine Art, History of Art, Art Education), Product Design and Visual Communication.

Redaktion   30.04.2014

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